Datenschutzerklärung

Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2026

Diese Datenschutzerklärung klärt Sie über die Art, den Umfang und Zweck der Verarbeitung von personenbezogenen Daten (nachfolgend kurz „Daten“) im Rahmen unseres Onlineangebotes und der mit ihm verbundenen Webseiten, Funktionen und Inhalte sowie externen Onlinepräsenzen, wie z.B. unsere Social-Media-Profile auf Instagram, Threads, X, YouTube, Facebook, Telegram, Goodreads, TikTok, Reddit und Discord auf (nachfolgend gemeinsam bezeichnet als „Onlineangebot“).

Im Hinblick auf die verwendeten Begrifflichkeiten, wie z.B. „Verarbeitung“ oder „Verantwortlicher“ verweisen wir auf die Definitionen im Art. 4 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Verantwortlicher

Eugen Beizerov
Postreitweg 13
45145 Essen
Deutschland
E-Mail: office@behemoff.com

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Arten der verarbeiteten Daten

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  • Inhaltsdaten (z.B. Texteingaben, Fotografien)
  • Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten)
  • Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. Geräte-Informationen, IP-Adressen)

Kategorien betroffener Personen

Besucher und Nutzer des Onlineangebotes (nachfolgend bezeichnen wir die betroffenen Personen zusammenfassend auch als „Nutzer“).

Zweck der Verarbeitung

  • Zurverfügungstellung des Onlineangebotes, seiner Funktionen und Inhalte
  • Beantwortung von Kontaktanfragen und Kommunikation mit Nutzern
  • Sicherheitsmaßnahmen
  • Versand von Newslettern

Maßgebliche Rechtsgrundlagen

Nach Maßgabe des Art. 13 DSGVO teilen wir Ihnen die Rechtsgrundlagen unserer Datenverarbeitungen mit:

  • Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO): Die Rechtsgrundlage für die Einholung von Einwilligungen, z.B. für den Newsletter-Versand.
  • Vertragserfüllung (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO): Die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Erfüllung unserer Leistungen und Durchführung vertraglicher Maßnahmen sowie Beantwortung von Anfragen.
  • Rechtliche Verpflichtung (Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO): Die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Erfüllung unserer rechtlichen Verpflichtungen.
  • Berechtigte Interessen (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO): Die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Wahrung unserer berechtigten Interessen, z.B. für den sicheren Betrieb der Website.

Sicherheitsmaßnahmen

Wir treffen nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben unter Berücksichtigung des Stands der Technik geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten.

Zu den Maßnahmen gehören insbesondere die Sicherung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten durch Kontrolle des physischen und elektronischen Zugangs zu den Daten. Die Übertragung von Daten erfolgt verschlüsselt über SSL/TLS.

Übermittlung in Drittländer

Sofern wir Daten in einem Drittland (d.h. außerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)) verarbeiten oder dies im Rahmen der Inanspruchnahme von Diensten Dritter geschieht, erfolgt dies nur auf Grundlage gesetzlicher Erlaubnisse.

Die Übermittlung erfolgt auf Basis von Standardvertragsklauseln der EU-Kommission (Art. 46 Abs. 2 lit. c DSGVO) oder an Empfänger in Ländern mit einem Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission.

Cookies

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Hosting

Unser Onlineangebot wird bei IONOS SE, Elgendorfer Str. 57, 56410 Montabaur, Deutschland gehostet.

IONOS verarbeitet in unserem Auftrag Nutzungsdaten (z.B. besuchte Webseiten, Zugriffszeiten) und Meta-/Kommunikationsdaten (z.B. IP-Adressen, Geräte-Informationen) auf Grundlage unserer berechtigten Interessen an einer sicheren und effizienten Bereitstellung unseres Onlineangebotes gem. Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO i.V.m. Art. 28 DSGVO.

Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung von IONOS: https://www.ionos.de/terms-gtc/datenschutzerklaerung/

Erhebung von Zugriffsdaten und Logfiles

Unser Hostinganbieter erhebt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO Daten über jeden Zugriff auf den Server (sogenannte Serverlogfiles). Zu den Zugriffsdaten gehören:

  • Name der abgerufenen Webseite und Datei
  • Datum und Uhrzeit des Abrufs
  • Übertragene Datenmenge
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  • Browsertyp nebst Version
  • Betriebssystem des Nutzers
  • Referrer URL (die zuvor besuchte Seite)
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  • Anfragender Provider

Logfile-Informationen werden aus Sicherheitsgründen für die Dauer von maximal 7 Tagen gespeichert und danach gelöscht. Daten, deren weitere Aufbewahrung zu Beweiszwecken erforderlich ist, sind bis zur endgültigen Klärung des jeweiligen Vorfalls von der Löschung ausgenommen.

Kontaktaufnahme

Bei der Kontaktaufnahme mit uns (z.B. per Kontaktformular oder E-Mail) werden die Angaben des Nutzers zur Bearbeitung der Kontaktanfrage und deren Abwicklung gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (im Rahmen vertraglicher/vorvertraglicher Beziehungen) bzw. Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (andere Anfragen) verarbeitet.

Die Angaben der Nutzer können in einem Customer-Relationship-Management System („CRM System“) oder vergleichbarer Anfragenorganisation gespeichert werden.

Wir löschen die Anfragen, sofern diese nicht mehr erforderlich sind. Wir überprüfen die Erforderlichkeit alle zwei Jahre. Ferner gelten die gesetzlichen Archivierungspflichten.

Newsletter

Mit den nachfolgenden Hinweisen informieren wir Sie über die Inhalte unseres Newsletters sowie das Anmelde-, Versand- und das statistische Auswertungsverfahren sowie Ihre Widerspruchsrechte.

Inhalt des Newsletters

Wir versenden Newsletter, E-Mails und weitere elektronische Benachrichtigungen mit werblichen Informationen (nachfolgend „Newsletter“) nur mit der Einwilligung der Empfänger oder einer gesetzlichen Erlaubnis. Die Newsletter enthalten Informationen zu unseren Leistungen, Produkten und uns.

Double-Opt-In und Protokollierung

Die Anmeldung zu unserem Newsletter erfolgt in einem sog. Double-Opt-In-Verfahren. D.h. Sie erhalten nach der Anmeldung eine E-Mail, in der Sie um die Bestätigung Ihrer Anmeldung gebeten werden. Diese Bestätigung ist notwendig, damit sich niemand mit fremden E-Mail-Adressen anmelden kann.

Die Anmeldungen zum Newsletter werden protokolliert, um den Anmeldeprozess entsprechend den rechtlichen Anforderungen nachweisen zu können. Hierzu gehört die Speicherung des Anmelde- und des Bestätigungszeitpunkts sowie der IP-Adresse.

Anmeldedaten

Um sich für den Newsletter anzumelden, reicht es aus, wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben. Optional bitten wir Sie, einen Namen zwecks persönlicher Ansprache im Newsletter anzugeben.

Rechtsgrundlage

Der Versand des Newsletters und die mit ihm verbundene Erfolgsmessung erfolgen auf Grundlage einer Einwilligung der Empfänger gem. Art. 6 Abs. 1 lit. a, Art. 7 DSGVO i.V.m. § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG.

Die Protokollierung des Anmeldeverfahrens erfolgt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen gem. Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO.

Kündigung / Widerruf

Sie können den Empfang unseres Newsletters jederzeit kündigen, d.h. Ihre Einwilligung widerrufen. Einen Link zur Kündigung des Newsletters finden Sie am Ende eines jeden Newsletters.

Wir können die ausgetragenen E-Mail-Adressen bis zu drei Jahren auf Grundlage unserer berechtigten Interessen speichern, bevor wir sie löschen, um eine ehemals gegebene Einwilligung nachweisen zu können. Ein individueller Löschungsantrag ist jederzeit möglich.

Newsletter-Versanddienstleister: Amazon Web Services (AWS)

Der Versand der Newsletter erfolgt mittels des Versanddienstleisters Amazon Web Services, Inc., 410 Terry Avenue North, Seattle, WA 98109-5210, USA („AWS“).

AWS verarbeitet Ihre Daten in unserem Auftrag (Auftragsverarbeitung gem. Art. 28 DSGVO). Die Datenübermittlung in die USA erfolgt auf Grundlage von Standardvertragsklauseln der EU-Kommission.

Weitere Informationen zum Datenschutz bei AWS finden Sie hier: https://aws.amazon.com/de/privacy/

Der Versanddienstleister kann die Daten der Empfänger in pseudonymer Form zur Optimierung oder Verbesserung der eigenen Services nutzen. Der Versanddienstleister nutzt die Daten unserer Newsletterempfänger jedoch nicht, um diese selbst anzuschreiben oder um die Daten an Dritte weiterzugeben.

Erfolgsmessung

Die Newsletter enthalten einen sog. „Web-Beacon“, d.h. eine pixelgroße Datei, die beim Öffnen des Newsletters von unserem Server abgerufen wird. Im Rahmen dieses Abrufs werden technische Informationen wie Browsertyp, IP-Adresse und Zeitpunkt des Abrufs erhoben.

Diese Informationen werden zur technischen Verbesserung des Newsletters anhand der technischen Daten oder der Zielgruppen und ihres Leseverhaltens genutzt. Zu den statistischen Erhebungen gehört ebenfalls die Feststellung, ob die Newsletter geöffnet werden und welche Links geklickt werden.

Ein getrennter Widerruf der Erfolgsmessung ist leider nicht möglich. In diesem Fall muss das gesamte Newsletter-Abonnement gekündigt werden.

Onlinepräsenzen in sozialen Medien

Wir unterhalten Onlinepräsenzen innerhalb sozialer Netzwerke und Plattformen, um mit den dort aktiven Interessenten und Nutzern kommunizieren und sie dort über unsere Leistungen informieren zu können:

  • Instagram / Threads / Facebook: Meta Platforms Ireland Limited, 4 Grand Canal Square, Dublin 2, Irland – Datenschutzerklärung
  • X (ehemals Twitter): Twitter International Company, One Cumberland Place, Fenian Street, Dublin 2, D02 AX07, Irland – Datenschutzerklärung
  • YouTube: Google Ireland Limited, Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland – Datenschutzerklärung
  • TikTok: TikTok Technology Limited, 10 Earlsfort Terrace, Dublin, D02 T380, Irland – Datenschutzerklärung
  • Telegram: Telegram FZ-LLC, Dubai, VAE – Datenschutzerklärung
  • Reddit: Reddit, Inc., 548 Market St. #16093, San Francisco, California 94104, USA – Datenschutzerklärung
  • Discord: Discord Inc., 444 De Haro Street, Suite 200, San Francisco, CA 94107, USA – Datenschutzerklärung
  • Goodreads: Goodreads LLC (Amazon-Tochter), 188 Spear Street, 3rd Floor, San Francisco, CA 94105, USA – Datenschutzerklärung

Wir weisen darauf hin, dass dabei Daten der Nutzer außerhalb der Europäischen Union verarbeitet werden können. Die Übermittlung erfolgt, soweit erforderlich, auf Basis von Standardvertragsklauseln oder Angemessenheitsbeschlüssen.

Die Daten der Nutzer werden von den Plattformen im Regelfall für Marktforschungs- und Werbezwecke verarbeitet. Die Verarbeitung der personenbezogenen Daten erfolgt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen an einer effektiven Information der Nutzer und Kommunikation gem. Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO.

Für eine detaillierte Darstellung der jeweiligen Verarbeitungen und der Widerspruchsmöglichkeiten (Opt-Out) verweisen wir auf die verlinkten Datenschutzerklärungen der Anbieter.

Rechte der betroffenen Personen

Sie haben folgende Rechte gegenüber uns bezüglich Ihrer personenbezogenen Daten:

  • Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO): Sie haben das Recht, Auskunft über die von uns verarbeiteten personenbezogenen Daten zu verlangen.
  • Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO): Sie haben das Recht, die Berichtigung unrichtiger Daten zu verlangen.
  • Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO): Sie haben das Recht, die Löschung Ihrer Daten zu verlangen.
  • Recht auf Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18 DSGVO): Sie haben das Recht, die Einschränkung der Verarbeitung zu verlangen.
  • Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO): Sie haben das Recht, Ihre Daten in einem strukturierten, gängigen Format zu erhalten.
  • Widerspruchsrecht (Art. 21 DSGVO): Sie haben das Recht, aus Gründen, die sich aus Ihrer besonderen Situation ergeben, jederzeit gegen die Verarbeitung Widerspruch einzulegen.
  • Recht auf Widerruf der Einwilligung (Art. 7 Abs. 3 DSGVO): Sie haben das Recht, erteilte Einwilligungen mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen.

Widerspruchsrecht

Sie können der künftigen Verarbeitung der Sie betreffenden Daten nach Maßgabe der gesetzlichen Vorgaben jederzeit widersprechen. Der Widerspruch kann insbesondere gegen die Verarbeitung für Zwecke der Direktwerbung erfolgen.

Beschwerderecht bei einer Aufsichtsbehörde

Sie haben das Recht, sich bei einer Datenschutz-Aufsichtsbehörde über unsere Verarbeitung personenbezogener Daten zu beschweren. Die für uns zuständige Aufsichtsbehörde ist:

Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen
Kavalleriestraße 2-4
40213 Düsseldorf
www.ldi.nrw.de

Änderungen dieser Datenschutzerklärung

Wir behalten uns vor, diese Datenschutzerklärung anzupassen, damit sie stets den aktuellen rechtlichen Anforderungen entspricht oder um Änderungen unserer Leistungen umzusetzen. Für Ihren erneuten Besuch gilt dann die neue Datenschutzerklärung.

DOGMA DER WAHRHEIT

E.X. BEHEMOFF

K01: Schwelle der Menschlichkeit

„Willkommen in der Wahrheit, Hagen.“

Die mechanische Stimme seines Vaters knallte durch die halbrunde Kapsel. An der Hülle zog sich ein Netz aus knackenden Heizelementen und Schläuchen entlang, die sich wanden wie ein aufgescheuchtes Schlangennest.

Hagen lehnte sich mit dem Rücken an das kalte Geländer der schmalen Plattform. Seine Finger glitten immer wieder über die Schweißnaht der Brüstung. Der Ladevorgang zog sich endlos, während er darauf wartete, in die Stadt seiner Träume abzutauchen. In das wunderbare Berlin, wie es vor seiner Zerstörung gewesen war. Bevor die Menschen vergaßen, was es hieß, Mensch zu sein.

Zusammen mit seinen Eltern hatte er diese virtuelle Ausstellung aus den Fragmenten der Archive zusammengesetzt.

„Wir haben es wieder aufgebaut“, hatte seine Mutter geflüstert, als sie zum ersten Mal durch die leeren Straßen gegangen waren. „Es ist nicht perfekt, nur ein winziger Teil der Stadt. Aber es ist unseres.“

Seitdem hatten sie fünf Jahre daran gefeilt. Mit Licht und Wärme gefüllt. Jede Wahrnehmung war bewusst gesetzt – das Rascheln der Blätter im Wind, das flackernde Spiel der Fensterlichter, das Rauschen der Springbrunnen. Alles Ausdruck einer Sehnsucht nach Schönheit, die es in ihrer Welt nicht mehr gab.

Hagen griff nach seiner REVision und rückte die Brille zurecht, als könne er so den Ladevorgang beschleunigen. Doch die Module an der Wand wummerten nur immer lauter. Über ihm sprang ein Schlauch aus der Halterung, feiner Dampf zischte aus den Düsen.

Etwas stimmte hier nicht.

Mit einem Augenbefehl rief Hagen das Einstellungsmenü auf, das sich als interaktive Schicht über sein Sichtfeld legte und sich dort zu einer schwebenden Oberfläche formte.

Leistung:
Heizmodule: 150%
Wassermodule: 120%
Luftmodule: 170%

Noch nie hatten sie die Parameter über 50% gestellt. Sein Vater hatte ihn immer gewarnt: Höhere Werte seien zu gefährlich.

Hagen schüttelte den Kopf und zog die Regler zurück. Aber die virtuellen Schieber gaben nicht nach.

Zugriff verweigert: keine Berechtigung

Keine Berechtigung? Er öffnete das Terminal, versuchte eine manuelle Übersteuerung. Da verschwand das Interface mit einem schrillen Signalton.

Der Ladevorgang war abgeschlossen.

Ein heißer Luftstoß drückte Hagen gegen das Geländer, und ein brennender Schriftzug fraß sich durch den Raum:

Erlebe die grausame alte Welt

Das war nicht der Titel, den sie für ihre Ausstellung gewählt hatten. Mit leichtem Zittern in den Fingern richtete Hagen noch einmal seine REVision aus.

Und in der nächsten Sekunde stand die Stadt vor ihm. Eine Ruine. Die Schönheit, die sie aufleben ließen, war ausgelöscht. Der Platz vor dem Fernsehturm war aufgerissen, die verdorrten Bäume ragten wie Rippen aus dem Boden.

Hagen traute seinen Augen nicht. Da musste etwas geblieben sein. Ein Detail. Ein Rest. Es konnte nicht alles verschwunden sein.

„Die Vögel fehlen“, sagte er zur Projektion, die neben ihm im Gleichschritt lief – mit dem Gesicht seines Vaters.

„Es gab in Berlin keine Vögel“, erwiderte sie kühl.

Aber in seinem Kopf hörte Hagen eine andere Stimme. Die echte Stimme seines Vaters, warm und voller Leben.

„Sie nannten sie die Berliner Spatzen“, hatte er gesagt, mit einem Lächeln in den Augen, das Hagen nie vergessen würde. „Sie überleben alles. Selbst dann, wenn die Menschen alles zerstören.“

Doch jetzt waren sie fort. Statt der Spatzen hörte er nur den Sand, der unter den simulierten Sohlen knisterte. Dabei liebte Hagen die Vögel und Insekten. Sie summten, zwitscherten, lebten – ohne Zweck, ohne Agenda. Sie waren für ihn das wahre Leben. Kein Beiwerk, sondern das Herz der Stadt.

Sobald die Ausstellung begann, setzte sich eine Biene auf die Hand des Besuchers. Ihre kleinen Flügel summten leise, ehe sie weiterflog – zum Café im Schatten des Fernsehturms. Dort naschte sie am synthetischen Süßstoff, statt an den Leckereien der Gäste.

Ob jemand Hagens versteckte Kritik an der Hyperrealität verstanden hätte?

Er öffnete das Interface und suchte nach dem Modul mit der Biene. Er wollte sie zurückbringen.

Die Suche nach „Biene“ ergab keine Treffer

Aber es fehlte nicht nur die Biene. Auch das Café war verschwunden. Stattdessen parkten dort schwere Fahrzeuge, ihre Auspuffe spien schwarzen Qualm in den Himmel. Zwischen ihnen hasteten bewaffnete Männer und hievten mit Kränen Balken zu einem Gerüst. Hagens Blick blieb am Fernsehturm hängen. Das Wahrzeichen seiner geliebten Stadt.

„Der Fernsehturm von Berlin.“ Die Stimme der Projektion blieb flach. „Einst ein Werkzeug, um die Menschen zu manipulieren.“

Hagen dachte an die Spiegelung in der Kugel an der Turmspitze. Wenn die Sonne auf das Metall traf, brach sich ihr Licht an den gekrümmten Paneelen – und in dieser Reflexion erschien ein Kreuz, hell und scharf gegen den Hintergrund.

„Die Ikone der alten Religion“, hatte sein Vater damals geheimnisvoll erzählt. „Die Menschen stritten, ob es Absicht war oder Zufall. Was denkst du, Hagen?“

„Ich denke, es war ein stiller Protest“, hatte er geantwortet. „Ein Symbol dafür, dass sie sich nicht alles nehmen ließen.“

Was Hagen jetzt jedoch sah, war das genaue Gegenteil. Anstelle der Kugel thronte eine überlebensgroße halb nackte Frau – grotesk, ihre Brüste geschliffen wie Diamanten.

„Crystal Cup. Eine Liberation-Produktion.“ Die Augen der Projektion wandelten sich für einen Augenblick selbst zu Edelsteinen. „Heute ist die Show. Schalte ein.“

Hagens Hände zitterten.

Wir wollten die Wahrheit darstellen, das Berlin von damals rekonstruieren. Aber das hier? Das ist nur eine weitere Werbefläche.

„Gefällt dir die Show nicht?“, fragte die Projektion. „Dann sieh dir das neueste Modell der Reality EnVision an.“

Die Frau zerfiel in tausend Splitter. Übrig blieb eine Brille – die undurchsichtigen Linsen geschliffen wie Diamanten, selbst die schwebenden Audiomodule trugen die gleichen kalten Facetten.

„Crystal Cup Edition.“

Hagen blinzelte müde in die grelle Animation. Shows, neue REVision-Modelle – nichts, was ihn je begeistern konnte. Da riss ihn ein dumpfer Knall hoch. Eine Explosion rollte durch die Straßen, Sekunden später zerschnitten gellende Schreie die Luft.

Ich hoffe, er ist noch da.

Wie einen Geist durchschritt Hagen seinen Vater und atmete auf, als er das Licht in den Schaufenstern eines kleinen Geschäfts erblickte.

Er war noch da.

Die simulierten Menschen zogen träge vorbei. Ihre Bewegungen mechanisch. Ihre Kleidung nichts weiter als ein grauer Einheitsbrei.

Wo sind all die Sommerkleider, die bunten Anzüge hin? Mama hatte so viele Stoffe entworfen. Anhand der Bilder und ihrer Vorstellung hatte sie programmiert, wie die Stoffe im Wind und in der Bewegung fallen würden – ohne sie jemals in der Realität gesehen zu haben.

Als er den Laden erreichte, glich die Straße einem Kriegsgebiet. Die Menschen prügelten aufeinander ein, plünderten Geschäfte, legten Brände.

„Lass den auch anzünden“, schrie ein Junge. In seinen Augen spiegelte sich das Feuer eines brennenden Fahrzeugs, während er den Benzinkanister auf den leblosen Körper vor sich leerte.

„Stopp!“, rief Hagen. „Aufhören!“

Er griff nach dem Kanister. Sein Arm prallte gegen das unsichtbare Geländer, doch die virtuelle Hand glitt durch das Gefäß. Niemand reagierte auf seinen Eingriff und das Benzin sickerte ungehindert in die Kleidung, lief in dünnen Linien über den Körper. Ein Funke sprang – der Mann brannte lichterloh. Im selben Moment knackten die Heizspiralen um Hagen und die Hitze drückte auf ihn, als brenne er selbst.

„Deine Handlung hat keine Wirkung“, erklärte die Projektion, ohne zu blinzeln.

Im Feuer krümmte sich eine Postkarte: das Brandenburger Tor, die Sonne fiel durch die Kolonnaden. Hagen wandte sich ab und trat vor den Laden. Über der Tür stand in vergoldeten Lettern „Wagners Klangschmiede“.

„Keine Information gefunden.“ Das Gesicht der Projektion gefror. „Dieses Objekt ist ein Fehler.“

„Es ist kein Fehler“, zischte Hagen.

Jede Jazz-Note, jedes Staubkorn auf den Instrumenten trug die Handschrift seines Vaters. Poster vergessener Bands kleideten die Wände – er kannte sie alle. Auf einem beleuchteten Podest thronte ein Schallplattenspieler.

Es war die Oase seines Vaters, ein Ort, an dem die Zeit stillstand. Hier hörte er Musik, hier reflektierte er.

Für einen Augenblick vergaß Hagen die Welt um sich. Er dachte an das Geschenk, das er für seinen Vater vorbereitet hat. Er würde es lieben.

„Dieses Objekt ist ein Fehler“, wiederholte die Projektion und holte ihn aus seinen Gedanken zurück.

An das Schaufenster lehnte sich eine Frau. Ihr Kopf war zurückgefallen und ihre Brust blieb still. Neben der schlaffen Hand lag ein blutiges Messer.

Hagen kämpfte mit der Übelkeit, als sein Blick auf den Boden fiel. Ein haariger Klumpen lag reglos in der Blutlache vor ihr.

„Die Geborenen starben direkt auf der Straße“, erklärte ihm die aufdringliche Projektion.

Hastig öffnete Hagen mit einem Augenbefehl ein Menü über dem Kind.

Ich werde es entfernen. Das ist falsch.

Selbst für den Konzern.

Zugriff verweigert: keine Berechtigung

Schon wieder keine Berechtigung. Papa hätte ihnen niemals vertrauen dürfen. Aber ich habe auch nichts unternommen. Ich hätte ihn gleich bei der ersten Anpassung warnen müssen.

Hagen wechselte auf das Profil seiner Mutter.

Zugriff verweigert: Verletzung des Narrativs

Zuerst waren es subtile Veränderungen – kleine Details. Jetzt war nichts mehr wiederzuerkennen. Und nun war auch der Zugriff weg. Nichts ließ sich rückgängig machen.

Oder doch?

Vielleicht ließ sich ein Backup laden.

Objekt nicht gefunden

Fehlanzeige. Alle Backups waren gelöscht.

War der Vorgang wirklich so schleichend? Oder habe ich es einfach nicht sehen wollen, um mich zu schützen?

„Du hast mir beigebracht, dass die Sicherheit an erster Stelle steht. Man soll sich dem System fügen, wenn man überleben will“, sagte Hagen und starrte die Projektion an.

Keine Reaktion.

Hagen blickte ihm direkt in die Augen. Aber statt seines Vaters sah er nur den Konzern. Der Mann vor ihm trug zwar das Gesicht seines Vaters – doch es war nicht einmal ein Mensch. Nur eine Begleitfunktion für die Besucher der interaktiven Ausstellung.

„Spule zum Ende vor“, befahl Hagen.

Er hielt sich an dem Geländer fest, als sein virtueller Körper wie an verborgenen Fäden durch die Stadt gezogen wurde.

„Das Finale naht. Du musst am Ausgangspunkt sein“, spielte der Begleiter sein Skript ab.

Der rußschwarze Qualm legte sich wie ein Nebel über den Platz. Die bewaffneten Männer hatten ihren Aufbau abgeschlossen. Nun ragte eine Bühne vor dem Fernsehturm, während gefesselte Menschen davor in Reihe aufgestellt wurden.

Hagens Finger krallten sich noch fester um die Brüstung, als er die Konstruktion auf der Bühne erkannte.

Eine Guillotine. Das Werkzeug für den systematischen Tod, das er aus alten Abbildungen kannte.

„Die neueste Ergänzung, um die Wahrheit noch erlebbarer zu machen.“

Die Projektion wartete vergeblich auf seine Reaktion und fuhr dann fort.

„Du kannst die Abfolge der Zeremonie bestimmen. Versuch es doch gleich. Es macht Spaß.“

Der virtuelle Sand knirschte, als Hagen in beiden Welten einen Schritt zurückwich. Mit dem Rücken stieß er gegen die Rückseite des Geländers.

Aus einem der Transporter wurde ein langer schwarzer Zylinder ausgeladen. Er fiel dumpf auf den Boden und rollte zur Seite. An der abgeplatzten Außenhaut schimmerte ein unscheinbarer Aufkleber.

Das Strahlenwarnzeichen.

„Warum ist Berlin wirklich gefallen?“ Hagen erwartete keine Antwort, aber Fragen haben ihn schon immer beruhigt.

„Die Menschen waren ihren Affekten schutzlos ausgeliefert.“ Die Projektion wies auf die Menschenmengen, die einander jagten.

Da heulten über der Stadt die Sirenen, der Luftalarm setzte ein. Jedes Mal, wenn Hagen ihn hörte, lief ihm eine Gänsehaut über den Rücken.

Was hatten die Menschen damals wohl gefühlt? Angst? Erleichterung? Oder dachten sie, es sei nur eine Übung? Vielleicht gab es gar keinen Alarm. Vielleicht wussten sie nicht einmal, dass es ihr letzter Atemzug war. Bis nichts mehr von ihnen übrig war.

Plötzlich veränderte sich die Frequenz. Ein Rhythmus kam hinzu.

Musik.

Neben Crystal Cup, die wieder für ihre Show am Fernsehturm warb, explodierten die ersten Feuerwerkskörper im Himmel. Das Lichtspektakel, zunächst chaotisch, formte sich langsam zu einem Countdown.

00:01:00
00:00:59
00:00:58

„Die Explosion war eine Katastrophe.“ Hagen schüttelte seinen Kopf. „Sie hat Millionen Menschen getötet. Und ihr feiert sie.“

Die Projektion spiegelte seine Kopfbewegung, als wolle sie ihn provozieren.

„Sie hat uns gerettet. Und dann brachte Prof. Braun uns den Schutz vor den Affekten.“

„Niemand hat dich gerettet. Du existierst nicht.“

Ein Kloß stieg Hagen in den Hals, als die Projektion ihn mit vertrauten Augen anstarrte – und antwortete:

„Ich habe immer existiert.“

Als der Countdown auf Null fiel, verstummte die Musik. Die Menschen starrten gebannt auf den Zylinder.

Stille.

Die schwarze Hülle verfärbte sich rot, erst in Adern, dann in Wellen. Ein Knacken, laut wie splitterndes Glas. Das Echo raste über den Platz, als würde die Stadt selbst brechen.

Dann – ein alles verschlingender greller Blitz.

Eine Hitzewelle traf Hagen, brannte sich schmerzhaft in seine Haut und hörte nicht auf. Mit der Druckwelle der Explosion fegte ein Luftstoß durch die Kapsel, riss ihn fast aus dem Gleichgewicht. Der Gestank von verschmortem Kunststoff strömte aus den Düsen. Ein Knall neben ihm – Dampf schoss dicht an seinem Kopf vorbei.

„Die Welt wird gereinigt. Das Zeitalter der Kontinuität bricht an“, verkündete die Projektion mit künstlichem Stolz in der Stimme.

Die Präsentation endete mit den Koordinaten, die in seinem Sichtfeld glühten:

52°31′12″ N
13°24′28″ E

Der Ground Zero von Berlin – das Epizentrum der Explosion. Kein Mensch hatte diesen Ort je wieder betreten. Nicht nur hohe Mauern hielten ihn verborgen – eine ganze Armee bewachte ihn vor unerwünschten Besuchern.

Hagen war kein Schaulustiger und kein Jäger nach Relikten. Und doch hätte er alles gegeben, um durch diese Ruinen zu wandern. Wie ein Archäologe würde er nach der Wahrheit graben.

Was war wirklich geschehen?

Obwohl er wusste, dass er diesen Ort nie erreichen würde, setzte er sich eine Erinnerung im Interface seiner REVision, gebunden an die schwebenden Koordinaten:

Die Schwelle der Menschlichkeit

Ende der Leseprobe.

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DOGMA DER WAHRHEIT

E.X. BEHEMOFF

Bonuskapitel: Der erste Zeremonienmeister

In wenigen Tagen verfügbar.