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Neuer Roman

Dystopische SciFi,
wo
zur Waffe werden

Verpackt als Thriller.
Getrieben von Cyberpunk.

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Wenn Wahrheit ein Dogma wird, ist Denken ein Verbrechen

0
Jahre
Schaffenszeit
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Seiten
Hochspannung
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Nervenkitzel

Es gab eine Zeit, da gehörten die Gedanken dir.
Jetzt lesen Wächter Absichten – wer falsch denkt, stirbt.
Brutal. Und unter Beifall.

Hagen erinnert sich an die alte Welt. Aber während andere sterben, sieht er weg – bis die Wahrheit ihm alles nimmt. Manche flüstern vom Root Chip, einem Schlüssel zur absoluten Kontrolle. Für ihn ist es nur ein Mythos. Doch die Schuld lässt ihm keine Ruhe – und treibt ihn in eine Hoffnung, die tödlich ist.

Als er sich auf die Suche macht, markiert ihn der Moebius-Konzern.
Die Jagd beginnt.

Seine Zeit läuft ab.

Wer den Root Chip findet, zerstört das System – oder sich selbst.

Wenn Wahrheit ein Dogma wird, ist Denken ein Verbrechen

Es gab eine Zeit, da gehörten die Gedanken dir.
Jetzt lesen Wächter Absichten – wer falsch denkt, stirbt.
Brutal. Und unter Beifall.

Hagen erinnert sich an die alte Welt. Aber während andere sterben, sieht er weg – bis die Wahrheit ihm alles nimmt. Manche flüstern vom Root Chip, einem Schlüssel zur absoluten Kontrolle. Für ihn ist es nur ein Mythos. Doch die Schuld lässt ihm keine Ruhe – und treibt ihn in eine Hoffnung, die tödlich ist.

Als er sich auf die Suche macht, markiert ihn der Moebius-Konzern.
Die Jagd beginnt.

Seine Zeit läuft ab.

Wer den Root Chip findet, zerstört das System – oder sich selbst.

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Hagen taucht in eine Welt ein, die seine Eltern geschaffen haben. Doch was er dort findet, ist keine Erinnerung – es ist Propaganda.

Was ist Wahrheit? Was ist Lüge?

Finde es heraus.

Autor kennenlernen

Vater. Ingenieur. Storyteller.

E.X. Behemoff nutzte schlaflose Nächte nach der Geburt seiner Tochter, um einen Traum zu erfüllen: Die Ideen in seinem Kopf endlich zu Papier zu bringen.

Geboren in Moskau, aufgewachsen in Lübeck, verbindet er Tech-Expertise mit dystopischen Visionen. Seine Geschichten fragen: Was passiert, wenn Technologie Menschlichkeit ersetzt?

Aktuell schreibt er an Band 2 der Honeypot-Protokoll-Reihe.

DOGMA DER WAHRHEIT

E.X. BEHEMOFF

K01: Schwelle der Menschlichkeit

„Willkommen in der Wahrheit, Hagen.“

Die mechanische Stimme seines Vaters knallte durch die halbrunde Kapsel. An der Hülle zog sich ein Netz aus knackenden Heizelementen und Schläuchen entlang, die sich wanden wie ein aufgescheuchtes Schlangennest.

Hagen lehnte sich mit dem Rücken an das kalte Geländer der schmalen Plattform. Seine Finger glitten immer wieder über die Schweißnaht der Brüstung. Der Ladevorgang zog sich endlos, während er darauf wartete, in die Stadt seiner Träume abzutauchen. In das wunderbare Berlin, wie es vor seiner Zerstörung gewesen war. Bevor die Menschen vergaßen, was es hieß, Mensch zu sein.

Zusammen mit seinen Eltern hatte er diese virtuelle Ausstellung aus den Fragmenten der Archive zusammengesetzt.

„Wir haben es wieder aufgebaut“, hatte seine Mutter geflüstert, als sie zum ersten Mal durch die leeren Straßen gegangen waren. „Es ist nicht perfekt, nur ein winziger Teil der Stadt. Aber es ist unseres.“

Seitdem hatten sie fünf Jahre daran gefeilt. Mit Licht und Wärme gefüllt. Jede Wahrnehmung war bewusst gesetzt – das Rascheln der Blätter im Wind, das flackernde Spiel der Fensterlichter, das Rauschen der Springbrunnen. Alles Ausdruck einer Sehnsucht nach Schönheit, die es in ihrer Welt nicht mehr gab.

Hagen griff nach seiner REVision und rückte die Brille zurecht, als könne er so den Ladevorgang beschleunigen. Doch die Module an der Wand wummerten nur immer lauter. Über ihm sprang ein Schlauch aus der Halterung, feiner Dampf zischte aus den Düsen.

Etwas stimmte hier nicht.

Mit einem Augenbefehl rief Hagen das Einstellungsmenü auf, das sich als interaktive Schicht über sein Sichtfeld legte und sich dort zu einer schwebenden Oberfläche formte.

Leistung:
Heizmodule: 150%
Wassermodule: 120%
Luftmodule: 170%

Noch nie hatten sie die Parameter über 50% gestellt. Sein Vater hatte ihn immer gewarnt: Höhere Werte seien zu gefährlich.

Hagen schüttelte den Kopf und zog die Regler zurück. Aber die virtuellen Schieber gaben nicht nach.

Zugriff verweigert: keine Berechtigung

Keine Berechtigung? Er öffnete das Terminal, versuchte eine manuelle Übersteuerung. Da verschwand das Interface mit einem schrillen Signalton.

Der Ladevorgang war abgeschlossen.

Ein heißer Luftstoß drückte Hagen gegen das Geländer, und ein brennender Schriftzug fraß sich durch den Raum:

Erlebe die grausame alte Welt

Das war nicht der Titel, den sie für ihre Ausstellung gewählt hatten. Mit leichtem Zittern in den Fingern richtete Hagen noch einmal seine REVision aus.

Und in der nächsten Sekunde stand die Stadt vor ihm. Eine Ruine. Die Schönheit, die sie aufleben ließen, war ausgelöscht. Der Platz vor dem Fernsehturm war aufgerissen, die verdorrten Bäume ragten wie Rippen aus dem Boden.

Hagen traute seinen Augen nicht. Da musste etwas geblieben sein. Ein Detail. Ein Rest. Es konnte nicht alles verschwunden sein.

„Die Vögel fehlen“, sagte er zur Projektion, die neben ihm im Gleichschritt lief – mit dem Gesicht seines Vaters.

„Es gab in Berlin keine Vögel“, erwiderte sie kühl.

Aber in seinem Kopf hörte Hagen eine andere Stimme. Die echte Stimme seines Vaters, warm und voller Leben.

„Sie nannten sie die Berliner Spatzen“, hatte er gesagt, mit einem Lächeln in den Augen, das Hagen nie vergessen würde. „Sie überleben alles. Selbst dann, wenn die Menschen alles zerstören.“

Doch jetzt waren sie fort. Statt der Spatzen hörte er nur den Sand, der unter den simulierten Sohlen knisterte. Dabei liebte Hagen die Vögel und Insekten. Sie summten, zwitscherten, lebten – ohne Zweck, ohne Agenda. Sie waren für ihn das wahre Leben. Kein Beiwerk, sondern das Herz der Stadt.

Sobald die Ausstellung begann, setzte sich eine Biene auf die Hand des Besuchers. Ihre kleinen Flügel summten leise, ehe sie weiterflog – zum Café im Schatten des Fernsehturms. Dort naschte sie am synthetischen Süßstoff, statt an den Leckereien der Gäste.

Ob jemand Hagens versteckte Kritik an der Hyperrealität verstanden hätte?

Er öffnete das Interface und suchte nach dem Modul mit der Biene. Er wollte sie zurückbringen.

Die Suche nach „Biene“ ergab keine Treffer

Aber es fehlte nicht nur die Biene. Auch das Café war verschwunden. Stattdessen parkten dort schwere Fahrzeuge, ihre Auspuffe spien schwarzen Qualm in den Himmel. Zwischen ihnen hasteten bewaffnete Männer und hievten mit Kränen Balken zu einem Gerüst. Hagens Blick blieb am Fernsehturm hängen. Das Wahrzeichen seiner geliebten Stadt.

„Der Fernsehturm von Berlin.“ Die Stimme der Projektion blieb flach. „Einst ein Werkzeug, um die Menschen zu manipulieren.“

Hagen dachte an die Spiegelung in der Kugel an der Turmspitze. Wenn die Sonne auf das Metall traf, brach sich ihr Licht an den gekrümmten Paneelen – und in dieser Reflexion erschien ein Kreuz, hell und scharf gegen den Hintergrund.

„Die Ikone der alten Religion“, hatte sein Vater damals geheimnisvoll erzählt. „Die Menschen stritten, ob es Absicht war oder Zufall. Was denkst du, Hagen?“

„Ich denke, es war ein stiller Protest“, hatte er geantwortet. „Ein Symbol dafür, dass sie sich nicht alles nehmen ließen.“

Was Hagen jetzt jedoch sah, war das genaue Gegenteil. Anstelle der Kugel thronte eine überlebensgroße halb nackte Frau – grotesk, ihre Brüste geschliffen wie Diamanten.

„Crystal Cup. Eine Liberation-Produktion.“ Die Augen der Projektion wandelten sich für einen Augenblick selbst zu Edelsteinen. „Heute ist die Show. Schalte ein.“

Hagens Hände zitterten.

Wir wollten die Wahrheit darstellen, das Berlin von damals rekonstruieren. Aber das hier? Das ist nur eine weitere Werbefläche.

„Gefällt dir die Show nicht?“, fragte die Projektion. „Dann sieh dir das neueste Modell der Reality EnVision an.“

Die Frau zerfiel in tausend Splitter. Übrig blieb eine Brille – die undurchsichtigen Linsen geschliffen wie Diamanten, selbst die schwebenden Audiomodule trugen die gleichen kalten Facetten.

„Crystal Cup Edition.“

Hagen blinzelte müde in die grelle Animation. Shows, neue REVision-Modelle – nichts, was ihn je begeistern konnte. Da riss ihn ein dumpfer Knall hoch. Eine Explosion rollte durch die Straßen, Sekunden später zerschnitten gellende Schreie die Luft.

Ich hoffe, er ist noch da.

Wie einen Geist durchschritt Hagen seinen Vater und atmete auf, als er das Licht in den Schaufenstern eines kleinen Geschäfts erblickte.

Er war noch da.

Die simulierten Menschen zogen träge vorbei. Ihre Bewegungen mechanisch. Ihre Kleidung nichts weiter als ein grauer Einheitsbrei.

Wo sind all die Sommerkleider, die bunten Anzüge hin? Mama hatte so viele Stoffe entworfen. Anhand der Bilder und ihrer Vorstellung hatte sie programmiert, wie die Stoffe im Wind und in der Bewegung fallen würden – ohne sie jemals in der Realität gesehen zu haben.

Als er den Laden erreichte, glich die Straße einem Kriegsgebiet. Die Menschen prügelten aufeinander ein, plünderten Geschäfte, legten Brände.

„Lass den auch anzünden“, schrie ein Junge. In seinen Augen spiegelte sich das Feuer eines brennenden Fahrzeugs, während er den Benzinkanister auf den leblosen Körper vor sich leerte.

„Stopp!“, rief Hagen. „Aufhören!“

Er griff nach dem Kanister. Sein Arm prallte gegen das unsichtbare Geländer, doch die virtuelle Hand glitt durch das Gefäß. Niemand reagierte auf seinen Eingriff und das Benzin sickerte ungehindert in die Kleidung, lief in dünnen Linien über den Körper. Ein Funke sprang – der Mann brannte lichterloh. Im selben Moment knackten die Heizspiralen um Hagen und die Hitze drückte auf ihn, als brenne er selbst.

„Deine Handlung hat keine Wirkung“, erklärte die Projektion, ohne zu blinzeln.

Im Feuer krümmte sich eine Postkarte: das Brandenburger Tor, die Sonne fiel durch die Kolonnaden. Hagen wandte sich ab und trat vor den Laden. Über der Tür stand in vergoldeten Lettern „Wagners Klangschmiede“.

„Keine Information gefunden.“ Das Gesicht der Projektion gefror. „Dieses Objekt ist ein Fehler.“

„Es ist kein Fehler“, zischte Hagen.

Jede Jazz-Note, jedes Staubkorn auf den Instrumenten trug die Handschrift seines Vaters. Poster vergessener Bands kleideten die Wände – er kannte sie alle. Auf einem beleuchteten Podest thronte ein Schallplattenspieler.

Es war die Oase seines Vaters, ein Ort, an dem die Zeit stillstand. Hier hörte er Musik, hier reflektierte er.

Für einen Augenblick vergaß Hagen die Welt um sich. Er dachte an das Geschenk, das er für seinen Vater vorbereitet hat. Er würde es lieben.

„Dieses Objekt ist ein Fehler“, wiederholte die Projektion und holte ihn aus seinen Gedanken zurück.

An das Schaufenster lehnte sich eine Frau. Ihr Kopf war zurückgefallen und ihre Brust blieb still. Neben der schlaffen Hand lag ein blutiges Messer.

Hagen kämpfte mit der Übelkeit, als sein Blick auf den Boden fiel. Ein haariger Klumpen lag reglos in der Blutlache vor ihr.

„Die Geborenen starben direkt auf der Straße“, erklärte ihm die aufdringliche Projektion.

Hastig öffnete Hagen mit einem Augenbefehl ein Menü über dem Kind.

Ich werde es entfernen. Das ist falsch.

Selbst für den Konzern.

Zugriff verweigert: keine Berechtigung

Schon wieder keine Berechtigung. Papa hätte ihnen niemals vertrauen dürfen. Aber ich habe auch nichts unternommen. Ich hätte ihn gleich bei der ersten Anpassung warnen müssen.

Hagen wechselte auf das Profil seiner Mutter.

Zugriff verweigert: Verletzung des Narrativs

Zuerst waren es subtile Veränderungen – kleine Details. Jetzt war nichts mehr wiederzuerkennen. Und nun war auch der Zugriff weg. Nichts ließ sich rückgängig machen.

Oder doch?

Vielleicht ließ sich ein Backup laden.

Objekt nicht gefunden

Fehlanzeige. Alle Backups waren gelöscht.

War der Vorgang wirklich so schleichend? Oder habe ich es einfach nicht sehen wollen, um mich zu schützen?

„Du hast mir beigebracht, dass die Sicherheit an erster Stelle steht. Man soll sich dem System fügen, wenn man überleben will“, sagte Hagen und starrte die Projektion an.

Keine Reaktion.

Hagen blickte ihm direkt in die Augen. Aber statt seines Vaters sah er nur den Konzern. Der Mann vor ihm trug zwar das Gesicht seines Vaters – doch es war nicht einmal ein Mensch. Nur eine Begleitfunktion für die Besucher der interaktiven Ausstellung.

„Spule zum Ende vor“, befahl Hagen.

Er hielt sich an dem Geländer fest, als sein virtueller Körper wie an verborgenen Fäden durch die Stadt gezogen wurde.

„Das Finale naht. Du musst am Ausgangspunkt sein“, spielte der Begleiter sein Skript ab.

Der rußschwarze Qualm legte sich wie ein Nebel über den Platz. Die bewaffneten Männer hatten ihren Aufbau abgeschlossen. Nun ragte eine Bühne vor dem Fernsehturm, während gefesselte Menschen davor in Reihe aufgestellt wurden.

Hagens Finger krallten sich noch fester um die Brüstung, als er die Konstruktion auf der Bühne erkannte.

Eine Guillotine. Das Werkzeug für den systematischen Tod, das er aus alten Abbildungen kannte.

„Die neueste Ergänzung, um die Wahrheit noch erlebbarer zu machen.“

Die Projektion wartete vergeblich auf seine Reaktion und fuhr dann fort.

„Du kannst die Abfolge der Zeremonie bestimmen. Versuch es doch gleich. Es macht Spaß.“

Der virtuelle Sand knirschte, als Hagen in beiden Welten einen Schritt zurückwich. Mit dem Rücken stieß er gegen die Rückseite des Geländers.

Aus einem der Transporter wurde ein langer schwarzer Zylinder ausgeladen. Er fiel dumpf auf den Boden und rollte zur Seite. An der abgeplatzten Außenhaut schimmerte ein unscheinbarer Aufkleber.

Das Strahlenwarnzeichen.

„Warum ist Berlin wirklich gefallen?“ Hagen erwartete keine Antwort, aber Fragen haben ihn schon immer beruhigt.

„Die Menschen waren ihren Affekten schutzlos ausgeliefert.“ Die Projektion wies auf die Menschenmengen, die einander jagten.

Da heulten über der Stadt die Sirenen, der Luftalarm setzte ein. Jedes Mal, wenn Hagen ihn hörte, lief ihm eine Gänsehaut über den Rücken.

Was hatten die Menschen damals wohl gefühlt? Angst? Erleichterung? Oder dachten sie, es sei nur eine Übung? Vielleicht gab es gar keinen Alarm. Vielleicht wussten sie nicht einmal, dass es ihr letzter Atemzug war. Bis nichts mehr von ihnen übrig war.

Plötzlich veränderte sich die Frequenz. Ein Rhythmus kam hinzu.

Musik.

Neben Crystal Cup, die wieder für ihre Show am Fernsehturm warb, explodierten die ersten Feuerwerkskörper im Himmel. Das Lichtspektakel, zunächst chaotisch, formte sich langsam zu einem Countdown.

00:01:00
00:00:59
00:00:58

„Die Explosion war eine Katastrophe.“ Hagen schüttelte seinen Kopf. „Sie hat Millionen Menschen getötet. Und ihr feiert sie.“

Die Projektion spiegelte seine Kopfbewegung, als wolle sie ihn provozieren.

„Sie hat uns gerettet. Und dann brachte Prof. Braun uns den Schutz vor den Affekten.“

„Niemand hat dich gerettet. Du existierst nicht.“

Ein Kloß stieg Hagen in den Hals, als die Projektion ihn mit vertrauten Augen anstarrte – und antwortete:

„Ich habe immer existiert.“

Als der Countdown auf Null fiel, verstummte die Musik. Die Menschen starrten gebannt auf den Zylinder.

Stille.

Die schwarze Hülle verfärbte sich rot, erst in Adern, dann in Wellen. Ein Knacken, laut wie splitterndes Glas. Das Echo raste über den Platz, als würde die Stadt selbst brechen.

Dann – ein alles verschlingender greller Blitz.

Eine Hitzewelle traf Hagen, brannte sich schmerzhaft in seine Haut und hörte nicht auf. Mit der Druckwelle der Explosion fegte ein Luftstoß durch die Kapsel, riss ihn fast aus dem Gleichgewicht. Der Gestank von verschmortem Kunststoff strömte aus den Düsen. Ein Knall neben ihm – Dampf schoss dicht an seinem Kopf vorbei.

„Die Welt wird gereinigt. Das Zeitalter der Kontinuität bricht an“, verkündete die Projektion mit künstlichem Stolz in der Stimme.

Die Präsentation endete mit den Koordinaten, die in seinem Sichtfeld glühten:

52°31′12″ N
13°24′28″ E

Der Ground Zero von Berlin – das Epizentrum der Explosion. Kein Mensch hatte diesen Ort je wieder betreten. Nicht nur hohe Mauern hielten ihn verborgen – eine ganze Armee bewachte ihn vor unerwünschten Besuchern.

Hagen war kein Schaulustiger und kein Jäger nach Relikten. Und doch hätte er alles gegeben, um durch diese Ruinen zu wandern. Wie ein Archäologe würde er nach der Wahrheit graben.

Was war wirklich geschehen?

Obwohl er wusste, dass er diesen Ort nie erreichen würde, setzte er sich eine Erinnerung im Interface seiner REVision, gebunden an die schwebenden Koordinaten:

Die Schwelle der Menschlichkeit

Ende der Leseprobe.

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DOGMA DER WAHRHEIT

E.X. BEHEMOFF

Bonuskapitel: Der erste Zeremonienmeister

Das Skalpell glitt mühelos durch seine Nackenhaut – präzise wie eine Maschine. Doch nicht die Klinge beunruhigte den Grafen. Es war der Chip, der gleich in seinen Körper eingepflanzt würde.

Seit Jahrzehnten hatte er keinen Fuß mehr in Berlin gesetzt. Die Stadt riss die Schatten seiner Vergangenheit aus der Tiefe. Sie zwang ihn, sich seiner eigenen Schwäche zu stellen. Etwas, das er für immer zu verdrängen erhoffte.

Der wahre Grund war jedoch nicht bloß eine dunkle Erinnerung, die ihn täglich im Schlaf verfolgte. Nein, er stand aus Fleisch und Blut. Der Tyrann von Berlin. Ein Mann, der sich selbst zum Gott erhob. Er nahm die Seelen Unschuldiger, ohne zu zögern. Und gab sie nie zurück.

Alles war in Rot getaucht. Die Wände, der Boden – selbst die Hände seiner Eltern. Die Nacht, in der das Schicksal des Grafen besiegelt wurde. Damals war er zu jung, um zu begreifen, was geschah. Doch nun erkannte er es deutlich: Die Zeremonie damals war kein bedeutungsloses Ritual. Sie formte oder zerbrach Menschen an Ort und Stelle.

„Hier steigen die Mächtigen auf – und die Machtlosen verschwinden in der Dunkelheit.“

Die Worte hallten durch die Jahre. Die Stimme des Tyrannen, der aus seinen Eltern seinesgleichen machte – und aus ihm ihre Beute. Doch das würde sich nun ändern. Ich werde nicht länger am Rand stehen, schwor sich der Graf – und kehrte nach Berlin zurück.

Kaum hatte er die Stadtgrenze überquert, verschluckte ihn die Dunkelheit. Ein schattenhafter Stich, und das Serum rann in seine Adern. Es sollte ihn fortreißen, sein Bewusstsein auslöschen. Aber die Dosis war zu gering. Sein massiver Körper verschlang sie, als wäre es nichts. Zu viel Fleisch, zu viel Gewicht – die Betäubung versickerte in ihm, unfähig, ihn ganz zu nehmen. Sein Geist blieb wach.

Gefangen in einer Wachstarre beobachtete er, wie man ihn wie eine Trophäe durch die Stadt zog – nur um ihn schließlich auf diesem kargen Holzstuhl abzusetzen, auf dem er noch immer saß.

Die Kälte des eingesetzten Fremdkörpers kroch durch seinen Nacken. Unsichtbar und allgegenwärtig. Der Braun-Chip war mehr als ein Kontrollwerkzeug. Er war das Symbol einer Welt, in der Träume keine Zukunft hatten. Niemand entkam ihm. Auch er nicht. Der Graf kämpfte – doch der Chip zerrte an seinem Verstand.

Ein Tropfen rann seinen Rücken hinab, während der metallische Geruch von Blut seine Lungen füllte. Da sah er wieder diese Wände. Die stickige Enge seiner Zelle. Das Echo des Gürtels. Seine Mutter, deren Tränen auf seine Haut tropften, schlug auf ihn ein. Und sein Vater zerschnitt ihn mit den Augen als wäre er ein Fehler. Die Jahre zogen wie eine endlose Kette dunkler Tage vorbei. Jeder Schlag brannte sich in seine Sinne ein. Und dann – zerbrach er. Der Schmerz verblasste und verschwand in der Stille.

„Dein Körper kennt keinen Schmerz mehr. Dein Kopf hat den Schalter einfach gekippt“, hatten die Meds erklärt. „Sei froh. Bei deiner Masse wäre der Schmerz dein ständiger Begleiter.“

Das Knarzen des Holzstuhls unter ihm riss ihn aus seinen Gedanken. Der Raum war riesig. Eine Betonwüste, deren einzige Lichtquelle eine Glaswand war. Dahinter wühlten schwere Maschinen das Feld auf – ein neues Fundament, das aus dem Blut der Stadt gebaut wurde.

Sein Blick wanderte zurück ins Halbdunkel. Vor ihm stand eine Frau im roten Overall, starr wie ein Wächter. Ihre Augen durchbohrten ihn, während hinter ihm ein zweiter Med die Wunde versiegelte. Der Chip verschmolz mit seinem Körper. Jetzt war er ein Teil vom Grafen. Oder war der Graf ein Teil vom Chip?

Aus der Ferne hallten dumpfe Schritte. Wie das Echo, das ihm wie ein Pulsschlag seit Jahren folgte. Das Monster trat in seine Realität.

Und dann sprach es.

„Du bist wach.“

Der Graf zuckte zusammen. Sein Herz raste. Jedes Wort traf ihn ins Mark. Die Stimme war tief und schwer. Sie kam aus der Dunkelheit seiner Vergangenheit. Schweiß rann über seine Fettfalten und durchnässte den Kaschmiranzug. Er wollte stark wirken, doch der bittere Gestank verriet seine Angst.

Die hochgewachsene Silhouette blieb an der Glaswand stehen, den Blick auf die Baustelle gerichtet. Kein Mensch. Keine Wärme. Nur ein Schatten, der Schicksale regierte. Wie eine Aura schwebte der Staub um seinen matten Leinenanzug. Das Tattoo mit der Krone des Morgens prangte noch immer auf seiner Brust wie damals in der Nacht, als dem Grafen seine eigene Krone in das Fleisch gebrannt wurde.

„Die Bühne nimmt Gestalt an“, sprach der Primus.

Der Graf öffnete den Mund, um sich vorzustellen. Als ob sein Name eine Bedeutung hätte. Doch die Worte blieben in seinem Hals gefangen. Sein Körper gehorchte ihm nicht. Die Substanz in seinen Adern lähmte ihn.

Die Meds verkrochen sich augenblicklich, als der Primus vor ihm stehen blieb.

„Graf Elsenbrandt, richtig?“

Er hatte ihn also nicht vergessen. Ob er sich an alle zerstörten Schicksale erinnerte?

Ein zögerliches Nicken. Das war alles, wozu er im Stande war. Ein klägliches Eingeständnis seiner Machtlosigkeit. Nein. Es war nicht die Spritze, die ihn gefangen hielt.

„Du spürst ihn.“

Die Stimme des Tyrannen vor ihm kam wie ein Flüstern. Als wäre sie direkt in seinem Kopf.

„Furcht legt die Wahrheit frei.“

Seine Augen bohrten sich in den Grafen.

„Du versteckst etwas.“

Er hielt kurz inne, ließ die Worte wirken. Dann trat er näher.

„Etwas Wildes. Gefährliches.“

Ein schattenhaftes Lächeln umspielte seine Lippen.

„Ich höre es. Es schlägt gegen die Ketten, die du dir selbst angelegt hast.“

Er hatte ihn durchschaut. Die Maske, die der Graf so lange getragen hatte, zerbrach augenblicklich. Das Tier in ihm schrie, riss an die Oberfläche – doch sein Körper blieb stumm. Reglos.

Der Mann beachtete ihn nicht länger.

Gleichgültigkeit. Das schlimmste Urteil.

„Alex, hast du eine Verbindung?“

In der Ferne flackerte eine Kugel auf, als wäre sie aus dem Nichts geboren. Was war das? Sein Blick blieb an einem Haufen unter der Drohne hängen. Riesig. Unförmig. Still. Und während sich die Drohne näherte, dehnte sich der Schatten, wuchs wie eine drohende Präsenz. Dann verschwand der Haufen wieder in der Schwärze.

Die kopfgroße Drohne blieb lautlos schwebend neben dem Primus stehen. Als ihr Licht nachließ, flackerte ein Gesicht über ihre Oberfläche – gestochen scharf, aber seltsam fremd. Makellos wie Porzellan. Freundlich und perfekt. Doch in den Augen lag nichts als Leere.

„Die Verbindung steht. Kaum emotionale Regung.“ Die angenehme Stimme des schwebenden Gesichts drang durch den Raum.

Er hatte Alex noch nie gesehen. Niemand hatte ihn je gesehen. Und doch kannte jeder sein Gesicht.

„Er ist leer. Als wäre er bereits tot“, ergänzte Alex.

Tot? Ich habe mich noch nie so lebendig gefühlt.

Der Chip strahlte eisige Kälte aus, als der hochgewachsene Mann seinen Blick erneut auf ihn richtete. Sein Gesicht war glatt. Die Augen tief versenkt. Wie die eines Wesens, das kein Licht mehr kannte.

Der Graf schluckte schwer. Du bist kein Gott, redete er sich ein. Doch seine Aura durchdrang den Grafen wie ein Gift.

„Du hast dir eingebildet, eines Zeremonienmeisters würdig zu sein.“

Es war keine Frage. Es war seine Demontage.

Ich bin würdig. Doch sein Mund blieb verschlossen. Der Chip hielt ihn unerbittlich in seinen Fängen.

„Hunderte Anwärter.“

Seine Worte schnitten wie eine unsichtbare Klinge, während die Kugel zurückglitt und den Haufen erneut ausleuchtete.

Sind das … Säcke? Doch die Formen … zu seltsam. Zu verdreht. Ein lebloser Blick. Ein letzter starrer Ausdruck.

Keine Säcke.

Körper.

„Armselige, nichtige Kreaturen.“

Der Primus würdigte die Überreste keines Blickes. Stattdessen zogen seine Augen jede Regung, jeden Gedanken des Grafen an die Oberfläche. Da war kein Schutz. Keine Möglichkeit, sich zu verstecken.

„Die Prüfung wartet auf dich.“ Er wandte sich dem schwebenden Gesicht zu, das wieder neben ihm schwebte. „Bist du bereit?“

„Eine Minute.“

In der warmen Stimme von Alex lauerte etwas Unheimliches.

„Ich führe einen Kontinuitätstest durch.“

Die Gedanken des Grafen rasten.

Kontest.

„Schon einmal gesehen, Graf?“

Der Graf nickte kaum merklich. Er hatte davon gehört. Ein mentales Zerschmettern – bis in den Tod. Er selbst bevorzugte den physischen Schmerz – nur nicht seinen eigenen. Für ihn war er taub. Doch fremden Schmerz? Den sog er auf wie ein Schwamm.

Mit dem Tod seiner Eltern erbte er ein Vermögen. Erkaufte sich Bewunderung und veranstaltete Wettkämpfe, stellte das Leid zur Schau. In der Hoffnung, das Loch zu stopfen, das ihm seine Eltern ins Herz gerissen hatten.

„Die blanke Panik in ihren Augen, während das Leben aus ihnen tropft.“ Die Stimme des Primus blieb kühl. Unberührt. „Und sie wissen nicht einmal, dass sie sterben.“

Bin ich selbst noch in der Realität? Oder zerlegt mich Alex in diesem Augenblick? Und dieses Monster, das schaut nur zu, wie ich untergehe. Um mich auf den Haufen zu werfen.

„Dein Vater hat dich verachtet.“

Seine Stimme war plötzlich wieder nah.

„Aber hierfür?“

Er lächelte schattenhaft.

„Dafür hätte er dich verehrt.“

Der Graf ballte seine Fäuste. Seine Fingernägel gruben sich tief in die Haut.

„Schwächling!“

Die Stimme seines Vaters hallte in seinem Kopf wider. Ein Echo, das nicht verstummte. Es war nicht die brutale Gewalt, die ihn gegen seine Eltern aufbrachte. Sie sahen in ihm ihre eigene Schwäche, ein Spiegel ihrer Fehler. Und dafür verachtete er sie – über den Tod hinaus.

Da entkam ihm ein Schrei. Roh und ungezügelt.

Die Ketten – sie geben nach. Legt mir alle Fesseln der Welt an. Sein Blick verhärtete sich. Ich werde sie alle zerreißen.

Der Primus nickte kaum merklich. Ein stiller Zuspruch. Er verstand den Schmerz des Grafen. Teilte er ihn gar?

„Du erinnerst mich an meine menschliche Vergangenheit.“

Seine Worte klangen leise, fast bedauernd. Dann huschte ein Zucken über sein Gesicht. Für einen Augenblick wurde sein innerer Kampf sichtbar.

„Die Verbindung zwischen Eltern und Kindern ist so … fragil.“

Menschliches Leid ist unendlich. Und doch habe ich alles gesehen. Jede Nuance von Schmerz, jede verzerrte Fratze des Leidens – ich kenne sie alle. Und in diesem Monster? Der Schmerz sitzt tief. Versteckt. Aber nicht vergessen.

Der Graf verdrängte das Wissen sofort. Der bloße Gedanke daran könnte ihm das Leben kosten.

„Die menschliche Schwäche – du verstehst sie“, jegliche Unsicherheit des Mannes war längst verflogen.

Die Drohne blinkte auf und Alex’ helle Stimme erklang.

„Bereit.“

Wie auf Knopfdruck sank der Kopf des Grafen. Seine Augen folgten der blutigen Schleifspur, die sich sich wie ein stummes Mahnmal von seinem Stuhl in die Finsternis zog – dorthin, wo der Haufen lauerte.

Die Furcht trieb sie alle in den Abgrund. Aber ich werde ihnen nicht folgen.

„Das ist nicht mein Weg“, flüsterte er die ersten Worte.

Dann hob er den Kopf. Entschlossen. Die Kälte in seinem Nacken wich zurück und seine Stimme wurde fest.

„Ich werde mich beweisen.“

Die Furcht hatte ihn verlassen. Sein Verstand war klarer denn je. Die bedrückende Schwere in seiner Brust löste sich auf und ließ ihn endlich durchatmen.

„Gut“, sprach der Primus kühl. „Dein nächster Gedanke entscheidet, ob du überlebst … oder als Asche verschwindest.“

Mit einer fließenden Bewegung zog er eine Klinge hervor. Wie ein Jäger, der eine Falle schließt.

„Du weißt, was zu tun ist.“ Die scharfe Schneide schimmerte im fahlen Licht, als er sie dem Grafen hinhielt.

Ein Kreis aus schattenhaften Wesen bildete sich um den Stuhl. Lautlos, lauernd. Sie rückten näher und warteten auf seinen nächsten Schritt. Ihr Flüstern war so nah, als entspringe es seinem eigenen Kopf. Ohne die Worte zu verstehen, hörte der Graf ihre Urteile. Ein endloses Echo seiner Fehler und Schwächen, heruntergezählt wie ein Gebet.

Seine Finger gruben sich in etwas Weiches. Tränen sickerten in das Plüschtier, das er umklammerte. Vor ihm tauchten zwei blasse Schatten auf.

Mama? Papa?

Sie kämpften miteinander, während sich ihre leeren Augen in ihn bohrten.

Warum tun sie sich weh? Sie sollen aufhören!

Etwas rieb an seinem Hals. Ein kurzer Schmerz – dann fielen Tropfen. Einer nach dem anderen, im Takt seines rasenden Pulses. Das Rot mischte sich mit den Tränen im Plüsch.

„Mama! Papa!“

Sein Schrei schnitt durch das Geflüster – doch die Welt hatte nur auf diesen Moment gewartet, um sie zu verschlingen. Wo sie gestanden hatten, blieb nur ein Stuhl zurück. Darauf saß er selbst. Die Klinge fest in der Hand.

Tränen. Blut. Sein Plüschtier war nicht wiederzuerkennen. Der einst geliebte Elefant – das letzte Relikt seiner Kindheit. Sein einziger Freund in der Dunkelheit.

Nutzlos! Du hast sie nicht gerettet! Ich werde dich zerdrücken!

Seine Hände ballten sich um das weiche Tier. Er drückte fester. Noch fester. Dann veränderte es sich. Der Plüsch wurde zu Stahl.

Realität. Illusion.

Es spielt keine Rolle mehr. Der Tod wird sie alle vereinen. Der Tod ist das Einzige, das ich kontrolliere.

Seine Entschlossenheit war so scharf wie die Klinge selbst. Dies war der Moment, für den er gelebt hatte.

Damals war er hilflos. Ein bloßer Zuschauer seines eigenen Schicksals.

Jetzt ist alles anders.

Seine Hand, die die Klinge wie ein Zepter umklammerte, zitterte nicht. Die Kälte des Stahls brannte in seiner Brust wie ein Feuer.

Macht liegt nicht im Überleben.

Macht liegt im Loslassen.

Als die Klinge seine Kehle berührte, hielten die Schatten den Atem an. Die Welt selbst stand still.

Das war keine Unterwerfung.

Es war eine Krönung.

Der Graf war nicht mehr das Opfer der Zeremonie.

Ich bin ihr Meister.

 

ENDE